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Haben Sie einen Plan, wie es weitergeht?

Sie müssen auch keinen Plan haben. Es ist schlicht nicht möglich, einen zu haben. Zu viel verändert sich, wir werden alle improvisieren müssen. Es gibt keinen Blueprint, es gibt kein Ereignis, das sich ähnlich wie die Corona-Pandemie schon einmal ereignet hätte. Alles ist neu. Sie dürfen nun improvisieren. Sie dürfen neu denken. Neues wagen. Neue Pläne schmieden. Denn die alten Wege sind zerrissen.

That’s Jazz, babe. Fangen Sie an, zu improvisieren.

Der Vergleich mit Improvisation trifft es sehr gut. Der Musiker hat seine Persönlichkeit, seine Intuition und seine musikalischen Tools (Skalen und Modi, um genauer zu sein). Daraus schöpft er die Chance, jedes Mal einen neuen Song zu gestalten.
Wir alle haben unsere Persönlichkeit und Erfahrung und dazu alle Werkzeuge, die wir für die Zukunft benötigen! Es gibt sie alle schon. Ist das nicht eine riesengroßer Vorteil? Diese Tools haben sich nun schon bewährt, manche seit Jahren, sie werden in atemberaubendem Tempo weiterentwickelt. In der Vergangenheit haben nur viele davon zurückgeschreckt, sie zu benutzen. Zu schwierig erschien es vielen, alte Strukturen einzureissen und Neues, z.B. Im Vertrieb zu probieren. Denn: die anderen machten es ja auch so wie es immer war. Zu hoch erschien die Lernkurve, denn wir waren ja trotzdem erfolgreich. Zu stark die Bindungen zu alten Gewohnheiten. Zu sicher fühlten wir uns…
Nun wird im Zeitraffer alles eingerissen, was wir kannten. Unvermittelt geht Homeoffice. Fast überall. Augenblicklich wird Video für Besprechungen benutzt, werden Teams vernetzt, Projekte online gemanaged. Plötzlich wird von Solidarität und Ehrlichkeit und Authentizität gesprochen. Sie denken, das sei nur vorübergehend?

Es wird so bleiben.

Die Maßnahmen gegen die Pandemie werden uns noch länger als befürchtet begleiten müssen. Sicher wird vieles in den nächsten Monaten wieder möglich sein. Doch jetzt haben viele Unternehmenslenker gesehen, dass neue Wege funktionieren. Sie werden sich darauf einstellen. Büroflächen und Vertriebsfahrten reduzieren, Meetings online stattfinden lassen und Teams besser vernetzen.

Die Idee für „danach“

Doch die große Aufgabe des Plans für „danach“ ist es, die entstandene Distanz wieder zu verringern. Unsere Kommunikation, die einen Großteil des Arbeitslebens ausmacht, wieder nahe zusammenzubringen. Wege zu finden, wie Vertrieb und Kunden Beziehungen aufbauen können. Wie Teams auch online ihre gemeinsame Identität finden. Wie Marken – in B2C wie B2B! – zukünftig aufrichtig mit ihren Kunden kommunizieren. Das wird eine große Aufgabe für jedes einzelne Unternehmen. Denn es geht nicht nur um die strategische Ausrichtung, sondern auch darum, allen Mitstreitern die Unterstützung zu geben, die sie benötigen.

Wenn ich mich auf etwas an dieser Krise freue, dann darauf: weil es genau das ist, was uns die Digitalisierung verheißt: mehr Kommunikation in höherer Qualität. Und gemeinschaftliche, effiziente Zusammenarbeit. Ich freue mich darauf, weil es hier so viele interessante Aufgaben gibt, die weitaus persönlicher gestaltet werden können, als Kommunikation und Marketing im Allgemeinen bisher war. Und ich freue mich darauf, weil vieles zusammenwächst, was zusammengehört: Führungskräfte und ihre Mitarbeiter, Marketing und Vertrieb, Unternehmen und ihre Kunden.